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Äthiopien, Projekt 180, 2010-2012 |
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Effekte einer Ergänzungsfütterung auf autochthone Fogera Kühe und Kreuzungskühe im nordwestlichen Äthiopien
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Österreichischer Projektträger:
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Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), Department für Nachhaltige Agrarsysteme, Institut für Nutztierwissenschaften
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Projektpartner vor Ort:
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Amhara Regional Agricultural Research Institute
(ARARI), Bahir Dar, Äthiopien
Kontaktperson: Tekeba Eshetie Nega (MSc)
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Projektleiter:
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Ao.Univ. Prof. Dr. Werner J. Zollitsch
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Ausgangspunkt für die geplante Untersuchung ist die enorme Futterknappheit, die in den verschiedenen Regionen Äthiopiens insbesondere in den Trockenzeiten ein gravierendes Hindernis für die Tierhaltung und deren Weiterentwicklung darstellt. Die daraus resultierende Energie- und Nährstoffunterversorgung vermindert die Produktionsleistung der Nutztierpopulationen deutlich. Dies verhindert wiederum eine Erhöhung des vergleichsweise niedrigen Pro-Kopf Milchverbrauchs, der gegenwärtig bei ca. 49 % des afrikanischen Durchschnittswertes liegt; dies, obwohl die äthiopische Nutztierpopulation die größte Afrikas ist.
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Um die deutlich steigende Nachfrage nach Lebensmitteln tierischer Herkunft decken zu können, wurden von der äthiopischen Regierung bereits vor rund 50 Jahren Kreuzuungsprogramme zur Verbesserung des Leistungsvermögens der lokalen Rinderrassen initiiert. Der Erfolg dieser Programme war wegen der erwähnten häufigen Futterknappheit allerdings relativ gering. Im Nordwesten Äthiopiens wurden die Kreuzungsprogramme mit lokalen Fogera-Rindern durchgeführt, die anderen lokalen Rinderrassen in ihrer Milchleistung überlegen ist. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Rinder mit einem höheren genetischen Leistungspotenzial besonders anfällig gegenüber einer Nährstoff- und Energieunterversorgung sind, ein Phänomen, das als Genotyp x Ernährungsinteraktion bezeichnet wird. Die Verwendung verbesserter Genotypen setzt daher in besonderem Maße eine geeignete Ergänzungsfütterung voraus.
In mehreren Entwicklungsländern bewährte sich die Ergänzungsfütterung mit sogenannten Harnstoff-Melasse-Multi-Nährstoff-Blöcken (UMMB), die eine gute Quelle für leichtlösliche Kohlenhydrate, Stickstoff und Mineralstoffe darstellen. Gegenstand der geplanten Studie ist daher die Untersuchung der Reaktion von genetisch deutlich unterschiedlichen Rindern (Fogera versus F1 Fogera x Holstein Friesian) auf eine Supplementierung mit UMMB in Hinblick auf Milchleistung, Körperkondition und Fruchtbarkeit.
Die Untersuchung wird sowohl auf Station (Andassa Livestock Research Centre) als auch im Feld (Farmen in den Bezirken Fogera und Bahir Dar Zuria) in einem 2 x 2 faktoriellen Design durchgeführt: je 8 Milchkühe der beiden genetischen Herkünfte (Fogera vs. F1 Fogera x HF) stehen in je zwei Fütterungsregimes (Grundfutter vs. Grundfutter + UMMB-Supplementierung). Die Fütterungsversuche finden in der bezüglich Futterversorgung besonders kritischen Trockenzeit statt. Als Merkmale werden Milchmenge, Milchzusammensetzung, Lebendmasse, Körperkondition, Futteraufnahme, Fruchtbarkeitsmerkmale sowie das Kosten:Ertragsverhältnis als ökonomischer Indikator erhoben.
Die Ergebnisse der Untersuchungen werden dem daran interessierten Personenkreis ("Stakeholder") zur Verfügung gestellt. Der Nachweis einer potenziellen Genotyp x Ernährungsinteraktion hätte gravierende Konsequenzen für die Wahl bestimmter Rinderrassen bzw. Kreuzungen für unterschiedliche Futtersituationen. Die Ergebnisse der geplanten Untersuchung sind somit für die Entwicklung zukunftsfähiger Futterversorgungskonzepte und Techniken wie die Bereitstellung von UMMB essentiell und tragen langfristig zu einer Sicherung der Lebensgrundlagen der kleinbäuerlichen Bevölkerung durch Verbesserung der Ernährungssicherheit und Armutsreduktion bei.
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