| Peru, Projekt 152, 2006 - 2008 |
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Lokalisierung, Rückgabe und Analyse historischer Landtitel der Quechua- Gemeinden von Apurimac, Peru
Das Department Apurimac im Süden Perus gehört zu den sozial am meisten vernachlässigten und wirtschaftlich rückständigsten Regionen des Landes. Die rund 485.000 EinwohnerInnen (zum überwiegenden Teil Quechua- Indigene) leben mehrheitlich von der Landwirtschaft und sind in staatlich anerkannte Bauerngemeinden (Comunidades Campesinas) eingebunden. Seit der Kolonialzeit haben diese indianischen Gemeinden ihre von der spanischen Krone gewährten Landtitel bewahrt und über Generationen weitergegeben. In den 80er Jahren gerieten die indianischen Gemeinden in den Strudel der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Guerrilla-Organisation "Sendero Luminoso" und den peruanischen Streitkräften. Im Rahmen der Gewaltakte wurden neben der kommunalen Infrastruktur auch zahllose, juridisch und symbolisch wertvolle, historische und aktuelle Dokumente, wie kommunale Eigentumstitel, Gerichtsurteile über Landbesitzkonflikte, Resolutionen der Landvergabe, Landkarten, Volkszählungsdaten, Information über kommunale Landnutzung etc. zerstört. Das Projekt bringt einen wichtigen Beitrag zur Restrukturierung des ländlichen Raumes, die seit dem Pazifizierungsprozess Mitte der 90er Jahren forciert wird. Durch die Veröffentlichung der transkribierten und digital aufbereiteten Landtitel wird den Quechua-Gemeinden ein Teil ihrer Geschichte zurückgegeben und damit ihre Identität gestärkt. Dies ist besonders wichtig, angesichts des zukünftigen Riesen-Bergbauprojektes Las Bambas und kleinerer Bergbauvorhaben in den Provinzen der Region. Die Projektziele sind: 1. Beitragsleistung zur institutionellen Rehabilitierung der 280 staatlich anerkannten Quechua-Gemeinden Apurimacs durch Bereitstellung der in den Wirren des internen Konfliktes zwischen 1985 und 1995 verloren gegangenen kommunalen Dokumente 2. Lokalisierung kommunaler Landtitel in den historischen Archiven von Cusco, Andahuaylas, Ayacucho und Lima; Zusammenstellung und Transkription sowie Rückgabe der Dokumente an die Gemeinden in Form eines Kompendiums 3. Analyse des historischen Prozesses der Landzuteilung und -titulierung 4. Sozialisierung der Analyse und der veröffentlichten Dokumente in einem Workshop mit aktiver Teilnahme der DistriktbürgermeisterInnen 5. Verbreitung des Kompendiums kommunaler Landtitel unter den Gemeinden, Universitäten, staatlichen und privaten Forschungs- und Entwicklungsorganisationen und Bibliotheken und somit Zugänglichmachung von wichtigem Quellmaterial für vertiefende Studien Weiterführende Informationen:
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Endbericht