|
|
23.07.2009
Prof. Dr. Andreas Obrecht
Seit Monatsbeginn ist Prof. Andreas Obrecht neuer KEF-Koordinator.
In dieser Funktion ist es ihm ein Anliegen, sich bei Ihnen vorzustellen:
Liebe KEF-PartnerInnen und KollegInnen!
Seit Anfang des Monats habe ich die Ehre, die „Kommission für Entwicklungsfragen“ zu koordinieren und innerhalb der organisatorischen Strukturen der OeAD-GmbH einen Schwerpunktbereich „Entwicklungszusammenarbeit“ aufzubauen. Aufgrund der Tatsache, dass die KEF im Januar dieses Jahres von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zur OeAD-GmbH gekommen ist, sind interne Restrukturierungen und Neuorientierungen notwendig geworden. Prof. Gerhard Glatzel, der frühere Vorsitzende der Kommission, und meine Vorgängerin Birgit Habermann haben gemeinsam mit dem gesamten KEF-Team - Beatrix Summerer, Maiada Gassan Hadaia und Matthias Weissgram - hervorragende Arbeit geleistet, um das Bewusstsein der Wichtigkeit der Entwicklungsforschung in nationalen und transnationalen wissenschaftlichen Kontexten und die akademische Entwicklungsforschung selbst zu stärken. Ich möchte mich bei allen bedanken, insbesondere auch bei den Mitgliedern der Kommission, deren Engagement und Interesse relevante Forschung und offene wissenschaftliche Diskussionen auf hohem akademischen Niveau ermöglichen. Die Arbeit all jener, die in der Vergangenheit mitgearbeitet haben – und dies in der Zukunft hoffentlich tun werden – stellt eine ausgezeichnete Basis für weitere Forschungsaktivitäten dar.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen um mich selbst kurz vorzustellen. Ich habe an der Universität Wien studiert, bin Soziologe und Sozial- und Kulturanthropologe. Nach einer neunjährigen Assistentätigkeit an der Universität Wien habe ich viele Jahre als freier Wissenschafter und Konsulent für verschiedene nationale und internationale Organisationen und Agenturen gearbeitet – vor allem im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der Entwicklungsforschung. Nach meiner Habilitation in Soziologie mit Schwerpunkt Entwicklungssoziologie habe ich seit 1998 die Forschungsaktivitäten des „Interdisziplinären Forschungsinstituts für Entwicklungszusammenarbeit“(IEZ) an der Johannes Kepler Universität Linz koordiniert , wo wir eine Reihe interessanter Projekte in Kooperation mit internationalen PartnerInnen in den Bereichen Entwicklungsforschung, Angepasste Technologien, sozio-kulturelle Transformation und kulturelle Globalisierung realisieren konnten. Ich habe meine Forschungen Ende der 80er Jahr in Melanesien begonnen, habe in den 1990er Jahren in Ländern des subsaharischen Afrika gearbeitet (Tanzania, Senegal, Republik Südafrika, Namibia) und war seit 2000 insbesondere in südasiatischen und südostasiatischen Regionen tätig (Indien, Sri Lanka, Nepal, Laos, Bhutan). Die Verbindung zwischen theoretischer Fundierung, die für jede verantwortungsvolle Forschung obligat ist, und zuverlässigen qualitativen und quantitativen Untersuchungen - die auf relevanten „grass-root“-orientierten Problemen und Fragen basieren -, ist für mich immer eine besondere Herausforderung gewesen, ungeachtet der organisatorischen oder institutionellen Kontexte, innerhalb derer die Forschung stattfindet. Ein anderes Anliegen ist mir die Sichtbarkeit der Forschung – nicht nur für die wissenschaftliche Gemeinde, sondern auch für eine breitere Öffentlichkeit. Entwicklungsforschung und die damit verbundenen entwicklungspolitischen Inhalte einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen, kann als Grundvoraussetzung für eine Steigerung des Bewusstseins hinsichtlich der Wichtigkeit der Entwicklungsforschung auch in nationalen politischen Kontexten angesehen werden. So habe ich in den vergangenen Jahren mehr als 20 Stunden Radioprogramme produziert, die auf soziologischen und ethnographischen Materialien aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt beruhen.
Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit unseren KollegInnen, PartnerInnen und FreundInnen innerhalb des KEF-Netzwerkes. Aufgrund der angespannten ökonomischen Situation, die einen Einfluss auf die meisten Bereiche akademischer Arbeit hat, ist das KEF-Budget reduziert und können heuer nur noch wenige wissenschaftliche Aktivitäten gefördert werden. Wir blicken trotzdem optimistisch in die Zukunft und sind überzeugt, dass wir die institutionellen Grundlagen der Entwicklungsforschung gemeinsam mit unseren PartnerInnen innerhalb und außerhalb Österreichs stärken können.
Andreas Obrecht
KEF-Team: http://www.kef-online.at/de/wer-wir-sind/kef-team.html
|