Quelle: Simon Otim und Jakob Lederer (2010)
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Dieses KEF-Forum befasst sich mit Abfall und Müll in Entwicklungsländern.
Obwohl das Thema Abfall in den letzten Jahren durch spektakulärere Umweltthemen - man denke nur an Al Gore, der bei seinen Präsentationen auf einer Hebebühne gen Himmel fuhr um den rasanten Anstieg der CO2 Konzentration in unserer Atmosphäre zu veranschaulichen - teilweise aus den Medien verdrängt wurde, hat es nichts an Brisanz verloren.
In fünf Ozeanwirbeln (>www.sueddeutsche.de), teilweise mehrere hundert Quadratkilometer groß, sammeln sich riesige Mengen Plastikmüll. Im "großen pazifischen Müllstrudel" (>www.spiegel.de) kommen an der Oberfläche mittlerweile auf ein Kilo Plankton sechs Kilo Plastikmüll. Abfall ist aber nicht nur ein Problem für die Umwelt. Plastik das von Fischen gefressen wird gelangt über die Fischtheke auch in menschliche Mägen, unsachgemäß verbrannter oder gelagerter Müll kann schwere Gesundheitsschäden hervorrufen und immer mehr Landstriche sind durch Giftmüll auf Jahrzehnte unbewohnbar. Ganz zu Schweigen davon, dass nicht recycelter Müll in einer Welt zu Neige gehender Rohstoffe pure Verschwendung darstellt.
Leider ist die Größe des Problems Mangels verlässlicher Daten kaum zu beziffern. Lediglich für die OECD Länder existieren lückenlose, detaillierte und genaue Zahlen zu Art und Größe der produzierten Müllberge. Für weltweite Aussagen muss man sich auf äußerst ungenaue und verhältnismäßig alte Schätzungen der UN verlassen:
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Quelle: UN
Nichtsdestotrotz ist an den Zahlen leicht erkennbar, dass Afrika und Asien relativ wenig zu unseren steigenden Müllbergen beitragen (relativ zur Bevölkerungsanzahl wohlgemerkt). Wohingegen der Mittlere Osten trotz bescheidener HDI-Werte sogar Nordamerika und Europa übertrumpft. Bei diesen deutlichen Zahlen darf natürlich nicht vergessen werden, dass nur gesammelter Müll in die Statistik einfließt. In vielen Ländern Afrikas und Asiens wird ein nicht unbeträchtlicher Teil "privat" entsorgt (Siehe dazu das Interview mit Jakob Lederer.).
In diesem Forumsthema wollen wir die Probleme steigender Abfallmengen in Entwicklungsländern aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Erstmals stellen wir dabei ein KEF-finanziertes Projekt in den Mittelpunkt eines Forums. Das KEF-Projekt P177 hat die Erstellung einer Nutzerfokussierten Wissensbasis für die kommunale Abfallwirtschaft Busias (Uganda) zum Ziel. Genauere Informationen zu dem Projekt finden sich in einer kurzen Beschreibung und einem Interview mit Jakob Lederer (TU-Wien). Roland Linzner (Boku Wien) stellt uns ein ebenfalls KEF-finanziertes Projekt rund um Kompostierung in Guinea vor und Antony McMichael präsentiert uns die Einflüsse städtischer Umwelt auf die Gesundheit.
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Interview mit Jakob Lederer
Wir sprechen mit Jakob Lederer, Assistent am Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der TU Wien, über ein KEF-finanziertes Projekt rund um Abfallwirtschaft in Uganda. Er erklärt uns die besonderen Herausforderungen der sich die Abfallwirtschaft in Entwicklungsländern stellen muss, erzählt von seinen Erfahrungen in Uganda und bringt uns seinen sehr speziellen methodischen Zugang näher. Außerdem erfahren wir wieso viele Batterien in Uganda ihr Dasein in Trockentoiletten beenden und wieso das möglicherweise ein Problem sein könnte.
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Quelle: Roland Linzner
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Decentralised Composting of Market Waste and Use in Urban Agriculture; Conakry, Guinea
Roland Linzner
Erstmals erschienen: Urban Agriculture magazine, number 23, April 2010
Roland Linzner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien. In seinem Artikel über ein schon abgeschlossenes, ebenfalls KEF-finanziertes Projekt beschäftigt er sich mit einem aus europäischer Sicht relativ speziellen Bereich: der Kompostierung. Im Gegensatz zu Ländern des Zentrums weisen "Low Income Countries" aber - wie Roland Linzner gleich am Anfang seines Artikels feststellt - eine deutlich abweichende Müllzusammensetzung auf. Bei einem Anteil von bis zu 90% biologisch abbaubarer Stoffe am Gesamtaufkommen avanciert die Kompostierung schnell vom Nischenprodukt zur Hauptattraktion. Nichtsdestotrotz waren in den letzten Jahrzehnten viele Kompostierprojekte in Entwicklungsländern zum Scheitern verurteilt. Roland Linzner beschreibt in seinem Artikel Probleme und Chancen der Kompostierung an Hand des durchgeführten Projektes.
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Quelle: www.africaportal.org
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The urban environment and health in a world of increasing globalization: issues for developing countries
Anthony J. McMichael
Erstmals erschienen: Bulletin of the World Health Organization, 2000, 78 (9)
Anthony McMichael ist Professor an der "Australian National University" und war zum Zeitpunkt der Erstpublikation des Artikels Professor an der "London School of Hygiene and Tropical Medicine". Antony McMichael behandelt in seinem Artikel einen Städten innewohnenden Widerspruch. Einerseits sind sie Quell menschlicher Kreativität und großer Ideen, andererseits bedrohen sie ihre BewohnerInnen mit Armut und gesundheitsschädlichen Umweltgefahren. Aber nicht nur die BewohnerInnen sind bedroht, auch das Umland wird verschmutzt und der Energiehunger großer Städte gefährdet das Weltklima. Gerade in den Metropolen der Entwicklungsländer sind diese Umweltgefahren besonders ausgeprägt. Es scheint daher besonders wichtig Strategien zu entwickeln die es ermöglichen dieser Gefahren Herr zu werden.
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Quelle: OeAD / Alexandra Wagner
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Radiosendung:
Wohin mit dem Müll? Internationale Projekte und Konzepte
Podcast zum Nachhören
Steigende Abfallmengen sind ein internationales Problem und treten auch in den Ländern des Südens und Ostens immer stärker in den Vordergrund.
Jakob Lederer präsentiert das UGoS-Projekt und diskutiert mit Eva Persy, Leiterin des Bereiches Nachhaltige Entwicklung der Magistratsabteilung 22 und mit Roland Linzner, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur. Roland Linzner spricht über Aspekte des informellen Sektors in der Abfallwirtschaft und Eva Persy stellt den ÖkoBusinessPlan Wien, das Umwelt-Service-Paket der Stadt Wien, vor.
Eine Live-Sendung im Zeichen von interkultureller Zusammenarbeit, Nachhaltigkeit und Abfallwirtschaft.
Gestaltung und Moderation: Matthias Weissgram
Programkoordination: Maiada Gassan Hadaia
Sendetermin:Freitag, 15.7.2011, 20:00-21.00 Uhr
Campusradio: Webstream
Webseite: oe1 ORF Campusradio
Weblog: Podcast
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Quelle: www.suedwind-agentur.at, © Ana Crespo Gerling und GIZ
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Tagung: "Versinkt die Welt im Müll?"
Südwind und die Stadt Wien veranstalten im Dezember 2011 im Wiener Rathaus die Tagung "Versinkt die Welt im Müll? Strategien zur Abfallvermeidung und -verwertung im entwicklungspolitischen Kontext".
Auszug aus der Ankündigung:
"Viel Nützliches landet in den wohlhabenden Teilen der Welt im Müll, ohne dass die armen Länder etwas davon hätten. So wird die Hälfte aller in den Industriestaaten produzierten Lebensmittel zu Abfall. Und weiterhin hungert eine Milliarde Menschen auf der Erde.
Mit welchen Strategien kann die Welt das Müllproblem angehen? Wie kann Abfall vermieden oder sinnvoll als Ressource und im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung eingesetzt werden? Und wie und mit welchen Projekten kann sich die Entwicklungszusammenarbeit einbringen?"
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Dieses KEF-Forum ist "work in progress".
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